Ich gehe nicht weit.
Nur ein paar Schritte hinter das Haus.
April.
Zwischen Kälte und Neubeginn.
Am Vortag noch Licht, warm auf der Haut.
Jetzt liegt der Morgen schwer über dem Feld.
Der Nebel steigt langsam auf,
zieht Linien weich,
nimmt den Dingen ihre Eindeutigkeit.
Dahinten blüht der Raps.
Gelb, kaum zu erahnen.
Als würde sich das Leben nicht zeigen wollen,
sondern nur andeuten.
In der Ferne ein Haus.
Rot. Es liegt still zwischen Grün.
Kein Ziel.
Nur ein Punkt, der bleibt,
während alles andere sich verändert.
Ich komme nicht hierher, um etwas zu finden.
Eher, um zu sehen,
wie sich alles neu ordnet, ohne gefragt zu werden.
Ein Sonntagmorgen im April.
Der Garten ist schon wach, bevor ich es bin.
Die Amseln haben längst begonnen, den Tag zu füllen –
klar, laut, selbstverständlich, als gehöre ihnen dieser Ort ganz allein.
Ich höre sie, noch bevor ich hinausgehe.
Die Luft ist kühl, das Gras noch feucht von der Nacht.
Alles wirkt ruhig, aber nicht still.
Nicht geplant, nicht angekündigt.
Die Gänse kommen vorbei, als hätten sie sich kurz entschieden, hier zu bleiben.
Ein Innehalten im Grün, ein kurzer Aufenthalt zwischen zwei Wegen.
Sie gehören nicht hierher.
Und doch passt es.
Ein Sonntag, der nichts will.
Kein Ziel, kein Tempo.
Nur das, was gerade ist.
Die Amseln bleiben.
Die Gänse ziehen weiter.
Und ich stehe dazwischen, sehe zu, wie sich alles seinen eigenen Rhythmus nimmt.
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