Dank einer Einladung über das CoCreation Hub durfte ich an Lufthansa Perspectives in Seeheim-Jugenheim teilnehmen – eine Chance, die mich schon beim Gedanken daran aufgeregt werden ließ. Früher, und oft auch heute, bewerbe ich mich für solche Events und bin dann überrascht, wenn ich eingeladen werde. Obwohl ich abgrundtief schüchtern und zurückhaltend bin, fordere ich mich bei solchen Momenten heraus.
Ich bin mit dem ersten Flug von Hannover nach Frankfurt geflogen. Ein bisschen Schlaf hatte ich noch, doch ich spürte die zitternde Aufgeregtheit, funkelnde Vorfreude und einen Hauch Nervosität in mir. Ich suchte den Shuttle nach Seeheim-Jugenheim. Der Bussteig war kaum ausgeschildert, und Baustellen begleiteten jeden Schritt. Ich wollte niemanden nach dem Weg fragen, vermied den direkten Kontakt – lieber im Hintergrund bleiben und beobachten.
Auf der Autobahn war es still, fast leer, und ich konnte ein wenig schlafen, während die Landschaft vorbeizog. Danach führte der Weg durch den Odenwald, durch enge Gassen, bei denen ich in Gedanken nachmaß, ob der Bus überhaupt hindurchpassen würde. Immer wieder sagte ich mir: „Du schaffst das, es gibt für alles eine Lösung, du musst dir jetzt keinen Text ausdenken, das wird sich alles lösen.“
Mir fiel während der Fahrt eine Frau gegenüber auf – zunächst nur eine namenlose Sitznachbarin in derselben Reihe. Später sollte sich herausstellen, dass sie Elisabeth heißt, Flugbegleiterin aus Hannover. Ein kleiner, charmant-vertrauter Zufall, der den Tag sanft durchzog.
Dann erschien es vor mir: das Seitenleitwerk mit dem Lufthansa-Kranich, majestätisch, fast magisch. Im Außenbereich standen unzählige Kraniche aus Kupfer in grün-bronzerner Patina – stilvoll, clean, eine perfekte Symbiose aus Kunst und Raum. Ich war aufgeregt, aber auch fasziniert, und mein Puls schien den Ort zu spiegeln.
Im Hotel und Kongresszentrum breitete sich sofort eine warme, herzliche Atmosphäre aus, ohne dass jemand direkt Notiz von mir nahm. Ich setzte mich auf ein Sofa unweit der Rezeption und beobachtete eine Weile die vorbeigehenden Gäste in Ihren Uniformen. Eine andere Teilnehmerin fiel mir auf, in einem dunkelgrün-dunkelblau-karierten Kleid mit Rüschen, das mich an den Wilden Westen Kanadas erinnerte – Sommer und Herbst in einem. Später sollte ich sie kennenlernen.
Am Empfang meldete ich mich an. Mein Name wurde zunächst nicht gefunden, und ich wurde kurz mit einer Flugbegleiterin verwechselt. Ich klärte es auf, und hielt schließlich voller Stolz mein Schild in den Händen. Stolz, hier zu sein. Stolz, die Situation gemeistert zu haben. Ich atmete die Spannung ein und ließ sie zu – die Neugier auf das, was kommen würde, die Vorfreude auf Begegnungen, die noch unbekannt waren, und dieses leise Gefühl von Abenteuer, das in mir wuchs.
Bald wurde ich von der Gästebetreuerin abgeholt, und an dieser Schwelle spürte ich, dass der Tag noch voller kleiner Überraschungen stecken würde.
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