Nachdem ich von der Gästebetreuerin abgeholt wurde, begann die eigentliche Veranstaltung. Die Moderatorin begrüßte mich herzlich, als würde sie mich schon kennen, und sagte mit einem Augenzwinkern: „Und Sie sind mit Sicherheit die HON!“ Ich musste lächeln, innerlich gerührt, denn so etwas hätte ich niemals von mir behauptet. Ich entgegnete verlegen: „Nein, das bin ich leider nicht.“ Aber schön, dass man mir das zutraut, dachte ich bei mir. Für mich reicht der FTL-Status – und doch spürte ich, dass man mir zutraute, diese Bühne zu betreten.
Zunächst verbrachten wir Zeit im Upper Deck, einer Bar im Stil der goldenen 20'er bis die offizielle Einladung um 11:15 begann. Ich saß mit Naiko, einem Teilnehmer aus Luxemburg, und den Gästebetreuerinnen zusammen. Wir tranken etwas, lernten den Leiter des Hotels kennen und tauschten erste Geschichten aus: warum wir der Lufthansa treu sind, was wir mögen, und wo kleine Eigenheiten oder Verbesserungspotenzial liegen. Es war ein Moment, in dem ich aus der Rolle der „normalen Passagierin“ trat – plötzlich war ich Doreen, die reist, erlebt, empfindet und ihre Stimme einbringen kann.
Das Mittagessen war ein weiterer Höhepunkt. Ich saß mit meinen Betreuern am Tisch, umgeben von Leuten aus der LH-Zentrale, die aufmerksam zuhörten, Zwischenfragen stellten und Details preisgaben. Die Atmosphäre war wertschätzend, respektvoll und getragen von der Energie, etwas Positives zu bewegen.
Zwischen den Gesprächsrunden sprach uns Axel von der LH Technik an und lud uns ein, nach Frankfurt zu kommen, um die Wartung von Flugzeugen hautnah mitzuerleben. Hinter meinem inneren Gedanken schlich sich jedoch ein kleiner Zweifel: „Ja, das sagen ja viele… wenn das überhaupt was wird.“ Ich hatte es schon öfter erlebt, dass Zusagen gemacht wurden – „na klar, das planen wir ein“ – und dann nie wieder etwas davon zu hören war. Was blieb war der kleine Funke, der schon die Vorfreude auf den nächsten Blogbeitrag entzündete.
Bevor nun die Deep Dives starteten, wurden wir noch reichlich beschenkt – ein Goodie Bag, das eher in meine Lufthansa-Sammlung wandern wird, als dass ich alles hier erzähle. Ich saß noch auf der „Bühne“ zwischen den anderen Gästen und spürte diese besondere Mischung aus Aufmerksamkeit, Wertschätzung und dem feinen Hauch von Feierlichkeit.
Die Veranstaltung war viel mehr als Präsentationen:
Sie war intim, eine Gelegenheit, sich selbst und anderen näherzukommen, die Perspektive zu wechseln und die eigene Komfortzone zu verlassen. Auch in den Deep Dives spürte man diese Energie – neue Ideen, spannende Konzepte, Ansätze, die nicht nur gezeigt, sondern erlebt und diskutiert wurden. Es war Networking in seiner schönsten Form, ohne den Druck einer klassischen Business-Veranstaltung.
Zwischen den Sessions unterhielt ich mich noch mit zwei Flugbegleitern auf dem Flur.
Einer der beiden kam mir so vertraut vor – er erinnerte mich an einen Flug, bei dem sich ein Flugbegleiter herzlich um mich gekümmert hatte.
Auch wenn es nicht derselbe war, war unser Gespräch bei Perspectives wundervoll.
Am Ende der Veranstaltung standen wir noch vor dem riesigen, mondänen Weihnachtsbaum in der Lobby, mit Blick auf die weite Landschaft des Odenwalds. Mit allen Teilnehmenden wurden Fotos gemacht. Und ich schätze die Veranstaltung war für jeden so besonders wie für mich.
Dort sprach ich erneut mit Elisabeth, wir verabredeten, in Kontakt zu bleiben, und sie gab mir ihre Kontaktdaten. Ich muss mich unbedingt noch bei ihr melden…
Ich bedankte mich bei den Initiatoren des CoCreation Hubs, bei der HON-Gästebetreuerin und bei allen, die ich persönlich kennenlernen durfte. Auch wenn ich in den Deep Dives nicht immer zu Wort kam, konnte ich am Ende Feedback austauschen, kleine Dinge klären und neue Geschichten hören – unter anderem von der Teilnehmerin im karierten Kleid, deren Roadtrip nach Nova Scotia wir gemeinsam besprachen. Ich gab ihr ein paar Tipps, und es machte mich unglaublich glücklich zu sehen, wie sehr ihr das half und sich quasi ihr Roadtrip schon von selbst ergab. Gleichzeitig bestätigte es mir, dass mein Empfinden über andere Passagiere und ihre Eigenheiten genauso geteilt wird wie die Erfahrungen und Herausforderungen der Flugbegleiter: verwüstete Business-Class-Kabinen, respektloses Verhalten von Möchtegern-Geschäftsmännern, das Boarding-System – all das ist real, und doch so vielschichtig.
Am Ende dieses Tages spürte ich tief, dass ich mit meiner eigenen Stimme, meinen Beobachtungen und Geschichten etwas beitragen kann. Dass mein Erleben und meine Perspektive gesehen und geschätzt wird – und dass sich daraus vielleicht noch mehr Möglichkeiten ergeben, Einblicke zu teilen, zu reflektieren und Impact zu erzeugen.
Und dann kam der kleine Funke, der den nächsten Blogbeitrag einleiten wird:
Ich erhielt zwei Tage nach dem Event eine Email, wo wir wirklich eingeladen wurden, nach Frankfurt zu kommen, um die Wartung von Flugzeugen hautnah mitzuerleben – ein nächstes Abenteuer, das schon in meinem Kopf begann. Doch der Funke der Möglichkeit, die Begegnungen, die Chance, meine Stimme zu hören und mitzuteilen, ließen mich aufgeregt und gespannt nach vorne blicken.